Je mehr wir an einem Menschen oder Dingen festhalten, desto mehr leiden wir. Daher sollten wir schon früh lernen loszulassen. Stell dir vor, nichts hält DICH fest. Wie befreiend ist das?
Inhaltsverzeichnis
| In Kürze zusammengefasst: |
| ✓ Man kann niemand gegen seinen Willen festhalten |
| ✓ Loslassen kann sehr befreiend sein |
| ✓ Manchmal braucht es Mut, um loszulassen |
| ✓ Ja, man kann Loslassen lernen |
| ✓ Abhängig davon, wen oder was man loslassen möchte, gibt es unterschiedliche Ansätze |
| ▶️ Befreie dich von deinem Zwang festhalten zu wollen |
Loslassen von Menschen lernen
Warum können wir oft Menschen nicht loslassen? Dabei tun uns manche nicht gut. An andere klammern wir uns, obwohl sie uns verlassen haben. Was spielt sich da ab?
Auch, wenn man versteht, was hier alles passiert, so kann man es oft bei sich selbst nicht immer so leicht erkennen. ▶️ Ich unterstütze dich gerne beim Loslassen deines Ex-Partners.

Die oder den (Ex) Partner loslassen
Hier möchte ich mit einem Beispiel starten, das mir so oder so ähnlich häufig in meinen Beratungen begegnet.
Sybille, Mutter von drei Kindern im Schulalter, wurde von ihrem Mann Robert vor etwas über zwei Jahren verlassen. Er fühlte sich schon Jahre davor von all der Last als Familienvater erdrückt und hatte ein Burn-Out. In der Reha lernte er jemanden kennen, trennte sich von seiner Familie und begab sich auf Reisen durch die Welt, um endlich die langersehnte Freiheit zu leben.
Noch Monate nach der Trennung von Martin befand sich Sybille in einer Art Schockstarre. Sie funktionierte, ihren Kindern zuliebe. Nachts weinte sie sich in den Schlaf und trauerte Martin nach. Ihre Gedanken kreisten häufig um ihn. Geht es ihm gut? Warum hat er das getan? Was hätte ich anders machen müssen, damit er bleibt? usw.
Indem sie ständig an ihn denkt und ihn dabei z.T. auch verherrlicht, bleibt er in ihrem Leben allgegenwärtig, auch wenn er physisch nicht mehr da ist. Sie sucht gedanklich die Schuld bei sich und spielt diverse Situationen immer wieder durch. Was hätte sie anders machen können?
Wichtig ist hier, dass Sybille sich selbst beobachtet und ertappt, wenn sie wieder an ihn denkt. Am besten wäre, sie streicht Martin komplett aus ihren Gedanken.
Auch energetisch gibt es hier verschiedene Möglichkeiten, um das Loslassen zu unterstützen. Diese habe ich in meinem Blogartikel „Trennungsschmerz in Beziehungen – wie lindern?“ näher beleuchtet.
Sterbende und Verstorbene loslassen lernen
Stell dir vor, du möchtest dich auf eine Reise begeben und stehst schon am Flughafen. Vielleicht sogar schon am richtigen Gate. Du siehst dich um: Manche freuen sich schon sehr auf diese Reise. Andere sind richtig ausgelassen. Manche etwas in sich gekehrt und wirken nachdenklich. Du selbst bist schon etwas aufgeregt.
Dein Flug wird aufgerufen. Die Passagiere begeben sich zum Ausgang des Gates. Du möchtest auch losgehen. Aber du kannst nicht. Denn deine Beine fühlen sich so schwer wie Blei an. Du schaust nach unten und siehst, wie deine Eltern, deine Kinder, Enkelkinder, Nachbarn, Freunde usw. dich versuchen, davon abzuhalten, weiter Richtung Ausgang, hin zum Flugzeug zu gehen. Sie haben sich an dir festgeklammert und versuchen dich nach hinten zu ziehen.
Kannst du dir diese Situation vorstellen? Kannst du spüren, wie deine Gefühle wie Vorfreude und Aufgeregtheit umschlagen in Ärger und Panik, deinen Flug zu verpassen? So ähnlich ergeht es Sterbenden, die von ihren Lieben nicht losgelassen werden.
Die wenigsten wissen, was sie dem Sterbenden mit ihrer eigenen Angst und Unfähigkeit, die Person loszulassen, eigentlich antun. Allein deshalb lohnt es sich das Loslassen zu lernen.
Mit dem Thema „den Tod annehmen“ habe ich mich in einem anderen Blogartikel näher befasst.
▶️ Spirituelle Sterbebegleitung buchen
Dinge loslassen lernen
Immer, wenn ich mit meiner Oma auf einer Kreuzfahrt war, habe ich es sehr genossen, wochenlang auf kleinstem Raum zu leben. Auch der Inhalt des Kleiderschranks war selbstverständlich begrenzt.
Oft dachte ich dann an mein Zuhause. Aufgewachsen in einem großen Haus, mit großem Garten, viel Platz. Das klingt wie ein Traum? Ja, jedoch hat jede Medaille zwei Seiten. Wie viel Aufmerksamkeit, Zeit und Energie benötigen so ein großes Haus und so ein großer Garten? All die Sorgen (Diebstahl, Beschädigung durch Unwetter, Reparaturen…) machen den imaginären Rucksack, den wir mit uns herumschleppen, ganz schön schwer.
Wie hilfreich ist es da doch, wenn man Haus, Garten und Sorgen einfach loslassen kann! Das heißt nicht zwangsläufig, dass man dies dann auch verliert. Meist geht damit eine andere Wahrnehmung der Dinge einher und es beginnt eine Wandlung von Last zu Leichtigkeit und Freude.
Manchmal werden uns im Leben auch Dinge genommen, z.B. das Auto wird geschrottet, man verliert Geld durch schlecht laufende Investitionen, man muss aus der Wohnung raus, der Partner verschwindet und nimmt einiges des gemeinsamen Hab und Guts mit …
Ich frage mich dann immer: wozu war das gut? Oft habe ich nicht sofort eine Antwort darauf, aber ich lebe in dem Vertrauen, dass immer das Beste für mich geschieht. Es ist also eine Frage der Sichtweise, wie ich damit umgehe. Genauso ist es beim Loslassen…
Die Vergangenheit loslassen
Triffst du manchmal auch Menschen, die irgendwie in der Vergangenheit leben? Sie sagen häufig, dass früher alles besser war. Meist können diese Menschen ihre Vergangenheit oder Teile daraus nicht loslassen. Sie trauern diesen richtig nach.
Hier empfiehlt es sich, genau hinzuschauen, was diese Situationen in der Vergangenheit so attraktiv gemacht haben. Wie oftmals ist es nämlich auch hier eine Frage der Sichtweise.
Es kam mal eine Frau zu mir, die von der glanzvollen alten Zeit schwärmte, als Kinder auf der Straße noch grüßten und man alle Nachbarn kannte. Kennst du auch so jemanden? 😉
Beim genaueren Hinsehen haben wir herausgefunden, was sie wirklich vermisste. Es waren Respekt und Freundschaft. Respekt fängt bei sich selbst an. Man sollte nicht darauf warten, dass einem dieser von anderen entgegengebracht wird. Viel einfacher ist es doch, wenn man sich selbst liebevoll respektiert.
Tja, und Freundschaften bestehen immer aus Geben und Nehmen. Diese Frau war mittlerweile sehr verhärmt. Es hat einige Zeit und viel Liebe gebraucht, bis sie selbst erkennen konnte, dass sie viele ausgestreckte Hände ignoriert hatte.
Erkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung. Auch in diesem Fall konnten beides – Respekt und Freundschaft – im Hier und Jetzt wiedergefunden werden. Dann gab es auch keinen Grund mehr, sich an die Vergangenheit zu klammern. Die Dame konnte die Vergangenheit loslassen, da sie das, was sie eigentlich vermisst hatte, in ihr aktuelles Leben integrieren konnte.

Über die Autorin
Petra Hofbauer ist ein Medium. Mit ihrer Begabung unterstützt sie Menschen, um mehr Klarheit für ihr Leben, eine Situation oder eine Sache zu finden und bezeichnet sich selbst als „Hilfe zur Selbsthilfe„.
Petra Hofbauer vereint Fachwissen zu verschiedensten Beratungs- und Coachingthemen, spirituelle Einfühlsamkeit und hellsichtige Möglichkeiten. So kann jedes Thema aus verschiedensten Perspektiven und mit unterschiedlichen Brillen – auch remote – betrachtet werden.
Du willst mehr über Petra erfahren? Dann klicke ▶️ Petra Hofbauer



