Erarbeitung einer Strategie zur Erweiterung einer Bildungseinrichtung
In meiner Ausbildung zum systemischen Coach und Organisationsberater lernte ich viele Methoden kennen, die bei Veränderungsprozessen hilfreich sind. In dem vorliegenden Beispiel ging es darum, eine Strategie für die Etablierung eines neuen Bereichs einer Fachhochschule zu entwickeln.
Es sind manchmal wirklich die unscheinbaren kleinen Dinge, die wesentlich zum Gelingen eines Projektes beitragen. So ist es immens wichtig, bereits im Auftragsklärungsgespräch auf solche Details zu achten, z.B. wer sind die Stakeholder? Wer sind die Entscheider? Wem nützt diese Strategie? Für wen bedeutet die neue Strategie eine Bedrohung? Wie stehen die Mitarbeiter dazu? Sind hier Ängste abzubauen? Wer sind die Befürworter? Wer die Gegner? Usw. Und zuletzt: Woran erkennt man, ob das Change Projekt erfolgreich war?
In dem vorliegenden Fall waren sogar zwei Auftragsklärungsgespräche nötig, da beim ersten Gespräch eine entscheidende Person nicht mit am Tisch saß. In solchen Fällen sollte man sich wirklich die Zeit nehmen und ein weiteres Gespräch führen, um all die offenen Themen, die zu diesem Zeitpunkt sichtbar sind, zu klären. Der Kunde ist sich oft selbst nicht in allen Punkten ganz klar oder möglicherweise uneins. Er merkt bereits in diesen Gesprächen die Kompetenz des Beraters, wenn dieser ihm Fragen stellt, worüber er sich noch nie Gedanken gemacht hat.
Ich erstellte einen Projektplan, der die unterschiedlichen Phasen berücksichtigte. Einige Themen wurden in drei ganztägigen und zwei halbtägigen Workshops erarbeitet. Für diese Workshops holte ich einen Co-Moderator an Board, da die Gruppen teilweise recht groß waren. Der Vorteil an solchen Workshops liegt auf der Hand: man kann viele Menschen mit ins Boot und deren Bedenken vor den Vorhang holen und – hoffentlich – ausräumen. 😉 Je mehr in dieser ersten Brainstorming-Phase ans Licht kommt, umso besser. Man kann hier noch aufklärend entgegenwirken sowie ernst zunehmende Bedenken nochmal überdenken. Die Workshops müssen allerdings gut geplant und vorbereitet werden. Haben wir die richtigen Teilnehmer eingeladen? Wie holt man sie im Vorfeld gut ab? Wie sieht das Workshop-Setting aus?

Ich achte dabei immer auf viel Interaktion und Aktivität der Teilnehmer. Mit einem Augenzwinkern weise ich auch schon mal darauf hin, dass wir uns in einem „Workshop“ befinden und das bedeutet nicht Vortrag, sondern Arbeit für die Teilnehmer. Es ist immer wieder erstaunlich, wie sich letztlich auch verschlossene Menschen öffnen können, wenn sie sich in dem gesetzten Rahmen sicher und wohl fühlen.
Als Berater achte ich hier immer besonders darauf, wann es Sinn macht den Chef oder die Vorgesetzten im Workshop dabei zu haben und wann nicht. Dies ist auch maßgeblich von der Firmenkultur abhängig. Manchmal kann ein vertrauensvolles Ambiente mit der Führungskraft nicht hergestellt werden. Dann ist es sinnvoll die Meinungen, Ideen, Bedenken und Verbesserungsvorschläge der Mitarbeiter ohne den Chef zu erarbeiten. Später muss es dann natürlich auch ein Format geben, wo die Ergebnisse diesem präsentiert und gemeinsam diskutiert werden können.
Aber nun zurück zur Entwicklung der Strategie für diese Bildungseinrichtung: Bevor wir mit den Workshops gestartet haben, gab es einen Fragebogen, der von den involvierten Mitarbeitern vorab auszufüllen und an mich zu senden war. Ich wertete diesen aus und sammelte damit bereits entscheidende Hinweise, zum einen, was die Unternehmenskultur und zum anderen, was die Inhalte für die Strategie anbelangte.
Während der Workshops gab es immer Aufträge, die von Teilgruppen für den nächsten Strategie Workshop ausgearbeitet werden mussten. In den Workshops wurden dann die erarbeiteten Ergebnisse präsentiert, diskutiert, möglicherweise abgeändert und verabschiedet. Wichtig sind mir dabei auch immer To-Do-Listen, die transparent und für alle einsehbar sind.
Während die inhaltliche Arbeit voranschritt, musste der Centerleiter das Vorgehen und den Status immer wieder der Geschäftsführung „verkaufen“ und für den neuen Bereich internes Marketing betreiben. Hier unterstützte ich ihn, indem wir in Coachings die richtige Strategie dafür und das weitere Vorgehen erarbeiteten.
Der gesamte Prozess für die Erarbeitung der Strategie für die Etablierung des neuen Bereichs dauerte ca. 8 Monate. Die restliche Implementierung erfolgte großteils ohne Hilfe von außen. Hier begleitete ich lediglich die Führungskraft mittels Coaching. Nachdem die Veränderungen umgesetzt waren, evaluierten wir gemeinsam in einem Workshop das erste halbe Jahr und legten Anpassungen fest. Es ist sehr wichtig, dass solche Prozesse extern begleitet werden, denn die Erfahrung zeigt, dass sie intern meist aufgrund von operativen Dringlichkeiten verschoben werden.
Was nützt ein Strategie Konzept, wenn es nicht sauber umgesetzt wird? Was nützt die Umsetzung, wenn sie nicht evaluiert und verbessert wird? Alles verläuft früher oder später im Sand und viel Mühe war umsonst. Nachhaltigkeit ist mir in meiner Arbeit wichtig und wenn der Kunde dazu nicht bereit ist, investiere ich meine Zeit lieber woanders.
Als systemischer Unternehmensberater bin ich der Meinung, dass das Wissen meist in den Köpfen der Menschen ist, die dort arbeiten. Es braucht nur den richtigen Rahmen, um diese Potenziale zu heben. Und was leider auch eine Tatsache ist: „Der Prophet im eigenen Land ist nichts wert und wird nicht gehört.“ Hier kann es hilfreich sein, einen Sparringpartner von außen zu holen, der dem Ganzen noch das entsprechende Gewicht verleiht. 😉
Haben Sie auch ein spannendes Change Projekt, das Sie angehen wollen? Dann melden Sie sich bei mir und wir schauen gemeinsam drüber.
- Veröffentlicht in Unternehmensberatung
Gütesiegel als eine der Ersten im Land erhalten
In diesem Fall handelt es sich um klassische Unternehmensberatung. Meiner meiner Klientin war das Gütesiegel sicher. Nicht zuletzt wegen meiner Kenntnisse aus zahlreichen Ausbildungen und Zertifikaten u.a. als Senior Prozess Manager und Senior Projektmanager.
Diese Kundin hat ein Unternehmen in der Pflegebranche, welches sie in den letzten 5 Jahren aufgebaut hat. Sie selbst ist von ihrer Ausbildung her Diplomkrankenschwester und hat viele Jahre Erfahrung im öffentlichen Gesundheitswesen, z.B. in Krankenhäusern, gesammelt. Aus persönlichen Gründen entschloss sie sich dann vor ein paar Jahren, sich selbständig zu machen. Sie gründete ein Unternehmen, damit sie die Dienstleistungen an den Klienten nach ihren eigenen Vorstellungen gestalten konnte.
Organisationsentwicklung
Bereits im zweiten Jahr, als das kleine Unternehmen wuchs, bat mich die Kundin (sie kam über Empfehlung), ihr bei der Organisationsentwicklung behilflich zu sein. So verschaffte ich mir in ersten Gesprächen einen Überblick, wo sie mit ihrem Unternehmen gerade stand und welche nächsten Schritte zu setzen waren. Wir veranstalteten u.a. Workshops mit den Mitarbeitern, wo wir gemeinsam die Prozesse und Abläufe im Unternehmen definierten. Auch wurden die verschiedenen Aufgaben, Rollen und Kompetenzen erarbeitet und strukturiert. Dieses Struktur geben war ganz ein zentrales Thema, damit jeder seinen Platz und seine Aufgaben kannte. Nicht zu vergessen, die Teambuildingmaßnahmen, denn die Mitarbeiter sollten als Team zusammenarbeiten, obwohl sie sich in der täglichen Arbeit kaum sahen.
Das Unternehmen entwickelte sich rasant. Die Nachfrage nach 24 Stunden Betreuung mit Qualitätssicherung war hoch. Nun war es Gold wert, dass bereits in den Anfängen die Prozesse und die Struktur – unter Berücksichtigung von späterem Wachstum – überlegt, von den Mitarbeitern mitentwickelt und von Anfang an gelebt wurden. Es war ein Leichtes, neue Mitarbeiter einzustellen und einzuarbeiten, weil die Struktur vorhanden war.
Coaching
Die Kundin wurde mit Coaching durch mich über die gesamte Zeit begleitet. Auch kam es vor, dass wir meine Hellsichtigkeit zu Hilfe nahmen, um die weitere Strategie oder das weitere Vorgehen zu bestimmen. Dies war z. B. bei Bewerbern oder in speziellen Kundensituationen der Fall.

Qualität und Qualitätssicherung war der Unternehmerin von Beginn an wichtig, was nicht zuletzt ihrer Ausbildung geschuldet war. Ständig wurden Prozesse verbessert und weitere Leitfäden als Hilfestellung für die Betreuer erstellt. Es ist schön zu beobachten, wie in diesem Unternehmen ein wertschätzendes Miteinander zwischen der Agentur, den Betreuern und den Klienten gelebt wird.
Gütesiegel
Dann war die Pflegebranche und die 24 Stunden Betreuung in Österreich vielfach wegen mangelnder Qualität in den Medien. Der Ruf nach einem bundesweiten Gütesiegel für die Branche wurde laut. Es dauerte einige Zeit, aber dann waren die Qualitätskriterien erstellt und erste Zertifizierungen waren möglich.
Meine Kundin war sich sicher, dass Sie – ohne intern etwas ändern zu müssen – dem höchsten Qualitätsstandard gerecht wird. Also war sie auch österreichweit unter den Ersten, die sich für dieses Gütesiegel bewarben. Dann kam der Anforderungskatalog, was alles zu beschreiben und zu belegen war. Das war der Zeitpunkt, wo ich ihren Anruf erhielt mit der Frage: „Petra, weißt du, was PDCA ist?“ Klar wusste ich, dass dies die Abkürzung (Plan – Do – Check – Act) für den iterativen Verbesserungsprozess von Deming ist.
Dies war eine der geforderten Beschreibungen je Bereich. Kurzfristig vereinbarten wir einen Termin und haben gemeinsam in wenigen Stunden konzentriert die gesamten Unterlagen für die Bewerbung für das Gütesiegel erarbeitet. Dabei brachte die Kundin das Fach-Know-how ein und während sie erzählte, formulierte ich das entsprechend und brachte es in den benötigten Rahmen. An manchen Stellen erklärte ich der Kundin, was hier gefordert war (z.B. beim PDCA) und so arbeiteten wir äußerst produktiv Seite an Seite.
Jetzt fragen Sie sich vielleicht, wie es mit dem Gütesiegel ausgegangen ist. Die Kommission hatte mit einer solchen Professionalität nicht gerechnet. Nicht nur hatten wir alle geforderten Informationen erbracht und die Anforderungen übererfüllt, sondern auch durchaus hie und da die Relevanz oder mangelnde Tiefe des Anforderungskatalogs in Frage gestellt.
Als Ergebnis war das Unternehmen meiner Kundin eines der ersten, welches das Gütesiegel erhalten hatte. Zusätzlich wurde sie sogar gefragt, ob sie nicht als Prüferin für das Gütesiegel agieren möchte.
Ich freue mich immer sehr, wenn ich mit meiner Beratung dazu beitragen darf, meinen Kunden zu mehr Erfolg, besserer Qualität und begeisterten – in diesem Fall – Klienten zu verhelfen.
Hier eingesetztes methodisches Wissen in der Unternehmensberatung:
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