Die Grundlage dieses Blogartikels bildet die Studie „Digital Natives Monitor“ der chinesischen TikTok App und des deutschen Marktforschungsinstituts Skopos. Dafür wurden im November 2020 990 Personen in Deutschland, 518 in Österreich und 511 in der deutschsprachigen Schweiz befragt, also insgesamt 2.019 Personen. Es handelte sich dabei um die Generation Y (zu dem Zeitpunkt 26 – 37 Jahre alt) und die Generation Z (16 – 25 Jahre, auch gerne GenZ abgekürzt). In den folgenden Zeilen werden nur Zahlen über die Generation Z herausgenommen und interpretiert.
Eines der wichtigsten Themen für die GenZ war in 2020 die Gesundheit (95% Österreich, 93% Deutschland). Bereits seit Jahren ist sie dieser Generation wichtig. Sie brachte den Begriff „Gesundheit“ mit Fitness, richtiger Ernährung und einem gesunden Lebensstil in Verbindung. Die Pandemie jedoch und die Berichterstattung rund um die Gefährlichkeit des Corona Virus hat Ängste und Sorgen geschürt und den Begriff „Gesundheit“ neu definiert. Übrigens sprechen die jungen Menschen überwiegend mit der Familie über die Gesundheit (70%) und zu 59% mit Freunden und Bekannten darüber.

Sein Leben selbst bestimmen zu können, wurde sehr wichtig/wichtig (96% Österreich, 93% Deutschland). Kein Wunder, in einer Zeit, wo die Regierungen große Einschränkungen in der persönlichen Freiheit jedes Einzelnen machten.
Mit dem Leben an sich ist die GenZ weiterhin sehr zufrieden bzw. zufrieden (67% in beiden Ländern). Anders sieht es jedoch mit der Zufriedenheit im Job aus: Nur 18% sind sehr zufrieden und 37% zufrieden. Ein möglicher Grund ist, dass der Einstieg in den Job für die GenZ in 2020 zu einer Herausforderung geworden ist. Dabei ist der GenZ ein berufliches Weiterkommen und Karriere wichtiger (31%) als der Vorgängergeneration (19%). Dies lässt sich durch höhere Anzahl der Berufseinsteiger in der GenZ erklären. Auch das Homeoffice dazu beiträgt, dass sich Menschen weniger an das Unternehmen gebunden fühlen.
Übrigens ist hier ein Hinweis auf mein Buch „Die junge Generation Z in der Arbeitswelt – Tipps & Tricks für Führungskräfte und Kollegen“ angebracht. Es basiert auf eigenen Forschungsergebnissen. Das Buch ist ein Leitfaden, wie man die Vertreter der GenZ in der Arbeit motiviert. Und damit kann man sie auch länger im Unternehmen halten.
Neben dem Covid-19 Thema und den wirtschaftlichen Sorgen beschäftigte die GenZ aber auch weiterhin die Umweltzerstörung und der Klimawandel (43% Österreich, 46% Deutschland). Das Thema soziale Ungleichheit hat sich während der Pandemie sogar noch verstärkt (37% Österreich, 38% Österreich). Und nicht zuletzt war die nationale wirtschaftliche Lage des jeweiligen Landes ein Thema (56% Österreich, 43% Deutschland).
Für die GenZ ist Gleichberechtigung eine Einstellung sowie politische Haltung und ist wichtig für die Lebensqualität (80% Österreich, 87% Deutschland). Auch „Black Lives Matter“ hat in diesem Zusammenhang die GenZ sehr bewegt (40% Österreich, 50% Deutschland). Mit wem sprechen denn die Vertreter der Generation Z über die Themen, die sie aktuell beschäftigen? Familiäre Belange werden meist auch in der Familie besprochen (81%), dahinter folgen Freunde (60% Österreich, 59% Deutschland). Über die Freundschaften wiederum reden die jungen Menschen zu drei Viertel mit ihren Freunden, aber auch mit ihrer Familie (54% Österreich, 47% Deutschland). Geht es um Themen in der Partnerschaft, so spricht die GenZ das lieber mit Freunden (60% Österreich, 64% Deutschland) an, als mit der Familie (58%).
Obwohl Familie, Gesundheit und finanzielle Unabhängigkeit der GenZ wichtig ist, spricht sie kaum mit anderen darüber. Vor allem: über Finanzen spricht man nicht (61% Österreich, 50% Deutschland). Auch die Themen „Überfluss an Informationen und Umgang damit“, „Polarisierung (Meinungsverschiedenheiten in der Politik)“ und „demografischer Wandel“ werden ungerne mit anderen besprochen. Interessant auch, dass in Deutschland 55% ihre politische Meinung auf sozialen Plattformen posten, während es in Österreich nur 47% sind. Viele denken, dass eine öffentliche Stellungnahme nichts an den vorherrschenden Meinungen ändert (40%) und bei einem Drittel ist fehlendes Selbstvertrauen der Grund für das Nichtsagen der eigenen Meinung.
Um ihre Standpunkte öffentlich online auszudrücken, braucht die GenZ ein positives Umfeld. Dazu gehören Ausdrucksmöglichkeiten, wie das Liken und Teilen von Inhalten. Auch das Weiterleiten von Memes und Gifs ist sehr beliebt. Sie fürchtet sich jedoch vor Hassrede, mangelnder Privatsphäre und negativen Reaktionen zum eigenen Post.
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